Wie schön, wild und frei zu sein!

Gestern habe ich bei einem Ehemaligen-Studenten-Workshop an meiner damaligen Schule eine Vertreterin des ensemble-netzwerkes kennengelernt, eine Art Greenpeace für Schauspieler, wie sie sich selbst liebevoll bezeichnen, die mir erzählt hat, dass sie mit diesem Verein dafür kämpfen wollen, dass die schrecklichen Arbeitsbedingungen von Schauspielern an deutschen Theatern sich verbessern. Als ich nachfragte, was denn mit all den anderen Schauspielern ist, die frei auf dem Markt sind, antwortete sie mir, dass zuerst einmal für die staatlich subventionierten Schauspieler etwas getan werden muss, und wenn sie dann damit durchgekommen sind, kann sicherlich später auch für die freien Künstler etwas unternommen werden.

Verstehe ich, man muss ja irgendwo beginnen, warum also nicht da, wo die Strukturen schon geregelter sind als auf dem wilden, freien Markt.
Als ich fragte, was ich denn nun für sie tun könne, da sie ja für mich erstmal nichts tun könne, sagte sie mir, ich könne der Welt, angefangen bei meinen ehemaligen Kommilitonen an deutschen Staatstheatern, von diesem Verein erzählen und sie überzeugen, dort Mitglied zu werden. Die Schauspieler an subventionierten Häusern müssten oft zu viel arbeiten und kriegten es nicht mit, was es draussen so gibt. Auch das verstehe ich, so tue ich hier als freier, solidarischer Künstler meine Pflicht und verspreche öffentlich, dass ich beim nächsten Treffen mit meinen Kommilitonen Nina Hoss, Lars Eidinger und Mark Waschke, die an der Berliner Schaubühne engagiert sind, ihnen sagen werde, dass es Greenpeace für staatlich subventionierte Schauspieler gibt mit dem schönen Namen http://www.ensemble-netzwerk.de.

Roberto Guerra

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